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Anleitung zu häufig gestellten Fragen

Bei der natürlichen Hormonbehandlung werden prinzipiell keine körperfremden Substanzen, sondern genau „baugleiche“ Hormone verwendet, das heißt sie haben die gleiche chemische Struktur, wie die Hormone, die der Körper selbst bildet. Bereits in sehr niedriger Konzentration wirken diese Botenstoffe auf den Stoffwechsel des Körpers. Die Anwendung vieler Hormone ist über die Haut zuverlässiger und schonender als die Einnahme in Form von Tabletten, weil der „First-Pass-Effektes“ in der Leber umgangen wird.\ Schilddrüsentabletten werden nur nüchtern gut aufgenommen und sollten deshalb eine halbe Stunde vor dem Frühstück eingenommen werden. Hydrokortison „rutscht besser durch den Magen“, wenn es direkt zu den Mahlzeiten eingenom-men wird.

Wann kommt eine Behandlung mit natürlichen Hormonen in Frage?

Eine natürliche Hormonbehandlung macht nur Sinn, wenn der Hormonspiegel im Ungleichgewicht beziehungsweise zu niedrig ist und entsprechende Symptome bestehen. Ziel ist es, die Stoffwechselsituation wieder ins Gleichgewicht zu bringen und den gesundheitlichen Zustand des Patienten deutlich zu bessern.

Zu den künstlichen Hormonen, die von der Pharmaindustrie neu kreiert wurden gibt es sehr viele Studien. Mangels finanziellen Interesses liegen jedoch wenig statistische Forschungsergebnisse über eine Behandlung mit natürlichen Hormonen vor. Auch wenn der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt wird, der sich seit Jahrtausenden bewährt hat, sollten wegen unzureichender Datenlage bei bestehenden Krebserkrankungen keine Hormonanwendungen mit Testosteron, Östradiol und Progesteron durchgeführt werden. Bei einer natürlichen Hormontherapie für Frauen sind regelmäßig die allgemeinen frauenärztlichen Kontrolluntersuchungen wahrzunehmen. Bei Männern sind während einer Therapie mit Testosteron regelmäßige Prostatakontrollen erforderlich.

Wie soll Hormoncreme angewandt werden?

Meist ist die einmalige morgendliche Behandlung pro Tag ausreichend. An der Innenseite der Oberarme oder Oberschenkel und unter der Achsel im Bereich der Rippen wird die Creme gut von der Haut aufgenommen. Bitte großflächig einreiben, solange bis die Dosis gut verteilt ist. Wichtig ist, dass die Hautbereiche tagsüber von Kleidung bedeckt sind, damit andere Personen nicht mittherapiert werden. Das gleiche gilt für das Händewaschen nach dem Einreiben. Nur durch Seife werden die Hormonreste auf den Handflächen inaktiviert. Testosteronhaltige Creme sollte nicht auf behaarte Haut aufgetragen werden, auch nicht wenn diese abrasiert worden ist, weil dort vermehrt in Haarfollikelnähe Testosteron in DHT umgewandelt wird.

Zyklische Hormonschwankungen

Frauen mit Monatsblutungen bedürfen einer zyklischen Hormonanwendung im Gegensatz zu Frauen, die sich in der Postmenpause befinden.\ Um dem natürlichen Vorbild der Natur zu folgen, gibt es für Frauen mit Regelblutung verschiedene Anwendungsphasen: Östradiol wird normalerweise angewandt vom 5. bis zum 25. Zyklustag, Progesteron vom 15. bis 25. Zyklustag, vorausgesetzt einer Zyklusdauer von 28 Tagen. Der erste Tag des Zyklus wird gezählt als der erste Tag der Regelblutung. Ein leichtes Vortröpfeln wird noch nicht als erster Zyklustag gezählt, sondern der erste Tag, an dem die Blutung richtig startet.

Welche Dosis ist erforderlich?

Prinzipiell gilt: Soviel wie notwendig und so wenig wie möglich.\ Durch Laborkontrollen sollte gewährleistet sein, dass längerfristig keine Überdosierung oder Unterdosierung auftritt. Um dem Patienten zahlreiche Zwischenkontrol-len zu ersparen, kann er bei der Suche nach der optimalen, individuellen Erhaltungsdosis mitwirken, wenn er die Körpersymptome beobachten lernt. Weil der größte Anteil des im Blut befindlichen Progesterons, Östradiols und Testosterons an Transportproteine gebunden ist, bleibt ein großer Teil der zugeführten Hormone zunächst ohne spürbare Wirkung. Tag für Tag steigt jedoch bei regelmäßiger Anwendung der Spiegel der freien, wirksamen Hormone an. Nach ein bis zwei Wochen kann damit begonnen werden, die Anfangsdosis in kleinen Schritten zu reduzieren, weil eine Besserung der Beschwerden aufgetreten ist. Es gilt herauszufinden, welche Mindestdosis bei guter Wirksamkeit erforderlich ist. Nach ungefähr zwei Monaten ist eine Kontrollmessung erforderlich, um sicherzustellen, dass die Dosierung im Zielbereich liegt. Bei dieser Messung wird sichtbar, ob das Verhältnis der Hormone zueinander ausgeglichen ist, oder ob es einer Feinkorrektur bedarf.

Wechsel von Hormonersatztherapie zur natürlichen Hormontherapie

Bitte das bisherige Präparat mit den künstlichen und körperfremden Hormonderivaten zunächst wie bisher weiter einnehmen. Bitte beginnen Sie mit der täglichen Einnahme des natürlichen Präparates parallel. Nach jeweils drei Anwendungstagen machen Sie bitte eine Pause mit dem künstlichen Hormon und setzen Sie einen Tag aus. Bei guter Verträglichkeit kann nach ca. drei bis fünf Tagen die Dosis weiter verringert werden, indem zwei Tage Anwendung mit einem Tag Pause wechseln. Der nächste Schritt besteht darin, dass ein Tag das alte Hormonpräparat eingenommen wird und daraufhin jeweils ein Tag Pause folgt. Bei guter Verträglichkeit weitere Dosisreduktion des vorherigen Präparates in Form von zwei Tagen Pause, in Abwechslung mit einem Tag Anwendung. Während dieser ganzen Zeit, wie gesagt, täglich das natürliche Hormonpräparat weiter einsetzen. Zum Schluss kann das vorherige Hormonpräparat komplett abgesetzt werden.

Wie lange sollen Hormone verwendet werden? {#wie-lange-sollen-hormone-verwendet-werden style="text-align: left;"}

Eine einfache Faustregel: solange wie erforderlich. Nur wenn bei der zuvor beschriebenen Feinkorrektur eine deutliche Beschwerdebesserung erkennbar ist, sollte die Hormonbehandlung weiter fortgeführt werden. Sind keine wesentlichen Symptome besser geworden, dann gibt es langfristig keine Begründung für die Fortführung der natürlichen Hormonbehandlung.

Parallel zu der Hormon-Balance Behandlung sollte versucht werden, die körpereigene Hormonproduktion zu unterstützen durch:

  1. Gesunde Ernährung
  2. Angemessenen körperlicher Bewegungsausgleich
  3. Ausschaltung von gesundheitsschädigenden Faktoren

Mit Hilfe dieser Faktoren kann die erforderliche Hormondosis meist schrittweise reduziert und nicht selten je nach Mitarbeit und gesundheitlicher Regeneration des Patienten die Hormonbehandlung nach einigen Monaten oder Jahren sogar ganz beendet werden.

Dosieranleitung für Patienten mit Nebennierenschwäche

Auch bei der Anwendung von Hydrocortisontabletten zählt es die niedrigst mögliche Wirkdosis zu finden. Der Körperbedarf an Cortisol ist stark abhängig von Stress. Deshalb sollte Hydrocortison nur bedarfsentsprechend eingesetzt werden. An Wochenenden und im Urlaub kann in der Regel auf eine Einnahme verzichtet werden. Bei Erkältungen, stärkeren körperlichen Anstrengungen oder besonders stressigen Arbeitstagen kann es notwendig sein, die Nebennieren zu schützen, indem kurzfristig eine höhere Medikamentendosis gewählt wird. Hydrocortisontabletten werden am besten zur Mahlzeit eingenommen, es empfiehlt sich möglichst vorsichtig

mit 1/4 Tablette morgens und mittags zu beginnen. Bessern sich die Beschwerden darunter nicht, kann erhöht werden auf 1/2-1/2-1/4. Besteht kein Wirkunterschied, sollte immer die niedrigere Dosis bevorzugt werden.