Fragebögen

Informationen zu

ADHS Behandlung mit Hopfen

Die Zeitschrift für Phytotherapie (4/2009) berichtet von einer Einzelfallbeobachtung mit Hopfen:
“Psychostimulantien und Clonidin sowie – als zweite Wahl – Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer und SSRI sind effektiv in der Behandlung der ADHS. Aber auch Phytotherapeutika wie Kamille, Hopfen, Baldrian oder gar Ginkgo scheinen in der Behandlung dieser Störung wirksam zu sein. Aus diesem Grund wurde der Effekt von Hopfen bei ADHS untersucht.”

Das methodische Vorgehen

“Wir verabreichten dem 14-jährigen Patienten nach einer Auswaschphase für 4 Wochen pulverisierte Hopfenzapfen als Kapseln in der Dosierung von 2 × 150 mg (Fertigpräparat; BioNaturis, Schweiz) und nach einer 4-wöchigen Pause für weitere 4 Wochen Placebo. Der Patient und die Beurteiler waren nicht über die Verum/Placebo-Phase informiert. Der Patient…litt seit 11 Jahren an ADHS. Methylphenidat, das er über 14 Monate eingenommen hatte, brachte eine deutliche Besserung. Diese Medikation wurde 4 Wochen vor der Beobachtungsphase abgesetzt.”

Die Resultate der Evaluation mittels einer Rating Scala und klinischem Interview

“Bezüglich Unaufmerksamkeit konnten wir eine Verbesserung von 24 auf 13 Punkte, bezüglich Hyperaktivität eine von 21 auf 16, und zusammen eine von 45 auf 29 beobachten. In der darauffolgenden 4-wöchigenmedikationsfreien Zeit stiegen der Hyperaktivitätswert wieder auf 22, der Aufmerksamkeitsstörungswert auf 20 und der Summenscore auf 42 an. Das anschließend für ebenfalls 4 Wochen verabreichte Placebo brachte Werte von 21/20/41.”

Schlussfolgerung des Autors:

“Obwohl die Generalisierung einer Einzelfallbeobachtung nicht möglich ist, so legt das Ergebnis unserer Beobachtung doch eine zumindest supportive Wirkung von Hopfen nahe….. Die Symptomreduktion ist deutlich geringer als die 50-60%ige mittels Psychostimulantien erreichbare, ähnelt aber der von Nicht-Psychostimulantien, wie z.B. Desipramin, einem trizyklischen Antidepressivum.”

Die Ergebnisse legen nahe, dass eine Untersuchung mit mehr Probanden sinnvoll wäre sowie eine Prüfung möglicherweise vorhandener Synergieeffekte durch Begleitpräparaten wie zum Beispiel Ginko, Melisse, Baldrian (Hovaletten) oder Kamille.

Wirkmechanismus von Hopfen

Hopfen enthält eine Vielzahl von Aroma- und Bitterstoffen und die sedierende Wirkung wurde in zahlreichen Studien untersucht. Das beruhigend wirkende Prinzip ist noch nicht bekannt, vermutet wird aber, dass aus den Bitterstoffen (Humulone und Lupulone) bei längerer Lagerung ein Spaltprodukt entsteht, welches sich im Tierversuch als stark sedativ erwiesen hat [2]. Dafür verantwortlich scheint der Aromastoff 2-Methyl-3-buten-ol (Prenol) zu sein. Eine Sedierung konnte deutlich nachgewiesen werden. Bei Mäusen bewirkte er in einer Dosierung von 0,8 g/kg Körpergewicht intraperitoneal (im Bauchraum) eine acht Stunden andauernde tiefe Narkose, von der sich die Versuchstiere vollständig erholten. 2-Methyl-3-buten-2-ol gleicht in seinem Wirkungsprofil weitgehend dem 3-Methyl-1-pentin-3-ol (Allotropal), das eine ähnliche chemische Struktur aufweist und als Sedativum verwendet wird [1]. Die für das Aroma verantwortlichen Substanzen (?- und ?-Linalool) des Hopfens wurde ebenfalls getestet. [2].

Quelle: Promotion Susanne Vogel, Weiden 2008, Lehrstuhl für Pharmazeutische Biologie der Universität Regensburg

1 Hager, H., von Bruchhausen, F., Blümer-Schwinum, B., Hagers Handbuch der
pharmazeutischen Praxis, Springer-Verlag

2 Schiller, H., Forster, A., Vonhoff, C., Hegger, M., , Biller, A., Winterhoff, H.,
Sedating effects of Humulus lupulus L. extracts, Phytomedicine, 2006, 13,
535-541

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