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Mehr als Burnout-Symptome...

Burnout ist messbar

Auf körperlicher Ebene ist ein Burnout labordiagnostisch feststellbar in Form einer verminderten Fähigkeit der Stressdrüsen die Produkion von Cortisol über den Tagesverlauf aufrecht zu erhalten. Gleichzeitig verändern sich auch Stress regulierende Hormone wie DHEA, Progesteron, Testosteron und Gehirnbotenstoffe (Neurotransmitter) wie Serotonin, Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin. In diesem Text werden Sie mehr über Messungen erfahren. Darüber hinaus sind häufig Blutmesswerte auffällig wie beispielsweise Mitochondrien und Vitamin-D-Rezeptor-Blockade.

Was ist Burnout?

Das Burnout-Syndrom („ausgebrannt sein") ist ein Zustand körperlicher, emotionaler und geistiger Erschöpfung mit einhergehender deutlich reduzierter Leistungsfähigkeit. Es stellt in der Medizin keine eigenständige Krankheit dar, sondern nach Definition der WHO ein Einflussfaktor auf den Gesundheitszustand. Grund dafür ist, dass die Symptome und Auswirkungen bisher nicht klar genug umschrieben werden konnten und denen der Depression sehr stark ähneln. Mediziner sind sich auch nicht einig, ob Burnout zukünftig als Krankheit oder weiterhin als Einflussfaktor aufgefasst werden wird.

„Burnout", ein Begriff der in den 70er Jahren in mehreren amerikanischen Studien im Bereich der Pflege geprägt worden ist, wurde in den vergangenen Jahren häufig als Modeerscheinung aufgefasst und thematisiert. Tatsächlich gehen die wissenschaftlichen Ansichten zu diesem Zustand weit auseinander; einig ist man sich jedoch insofern, dass der Zustand existiert und durch Stress hervorgerufen wird. Allerdings ließen sich häufig Tendenzen zur Generalisierung und zum inflationären Gebrauch des Begriffs beobachten, weswegen er teils mit Skepsis betrachtet wird.

Wie kommt es zum Burnout?

Äußere Faktoren

Ein Burnout ist zum einen die Folge einer permanenten Überlastung, häufig im Beruf, aber auch im familiären Umfeld. Stress, schlechtes Arbeitsklima, Probleme mit dem Vorgesetzten, hoher Leistungsdruck und eine mangelnde Trennung zwischen Beruflichem und Privatem werden häufig als ausweglose Situationen empfunden und lösen dadurch noch mehr Stress und schließlich das Gefühl der Resignation aus. Doch auch im privaten Bereich finden sich permanente Stressfaktoren, beispielsweise Eheprobleme, eine Scheidung im unmittelbaren Umfeld oder der Verlust eines geliebten Menschen. Diese Einflussfaktoren, beruflich wie privat, bilden einen dauerhaften Druck auf die Betroffenen. Daraus wird auch deutlich, warum Burnout nicht nur Führungskräfte betrifft – manchmal wird sogar von einer „Manager-Krankheit" gesprochen –, sondern dass im Prinzip jeder Menschen den auslösenden Einflussfaktoren ausgesetzt sein kann. Dennoch ist es richtig, dass Führungskräfte und Menschen in sehr fordernden Berufen tendenziell häufiger davon betroffen sind.

Innere Faktoren - persönliche Disposition

Die Einflussfaktoren alleine führen jedoch nicht zum Burnout, schließlich sind sehr viele Menschen aus unterschiedlichsten Schichten, Berufs – und Altersgruppen ihnen ausgesetzt. Damit es zu einem Burnout kommt, muss auch eine persönliche Disposition vorhanden sein. Diese findet sich meist in dem Willen, den Anforderungen gerecht zu werden, andererseits aber nicht über die Ressourcen zu verfügen, um dies auch umzusetzen. Betroffene sind häufig sehr ehrgeizig, teils auch perfektionistisch und „leben für ihren Job". Sie sagen ungern „Nein" und sind getrieben von einer Angst, abgelehnt oder nicht mehr gefragt zu werden. Daher sind sie häufig darauf fixiert, anderen zu gefallen und den Anforderungen gerecht zu werden, selbst wenn diese zu hoch für sie sind. Sie fühlen sich allein gelassen und häufig auch unfair behandelt, sind aber nicht fähig, dem Teufelskreis aus zu hoher Anforderung bei mangelnden zeitlichen und persönlichen Ressourcen zu entkommen.

Das Zusammenspiel der eigenen Disposition und der äußeren Einflussfaktoren führt letztendlich zu dem Zustand, den man Burnout nennt. Bei jedem Betroffenen sind die Faktoren anders gewichtet, weswegen es keine einheitliche Einteilung geben kann.

Unsichtbare Faktoren

Zudem sind die wohl wichtigsten zum Burnout führenden Faktoren verborgen - auch den Betroffenen selbst. Das Unterbewusstsein steuert bekanntlich unsere Entscheidungen und Handlungen mit Abstand stärker als unsere Willenskraft. Bereits in der Kindheit werden wir geprägt, unser Unterbewusstsein wird konditioniert. Verletzungen, unterbewusste Glaubenssätze sind Weichensteller für Motivation und Vermeidungs-Strategien. Eine Aufarbeitung und Neuprogrammierung des Unterbewusstseins gehört zu den wirkungsvollsten Möglichkeiten unser Leben zu verändern. Wenn Sie sich Fragen, wie ein solcher Neustart im Kopf und ein Leben im Flow möglich sein kann, finden Sie hier weitere Informationen. Seminare: Neuprogrammierung des Unterbewusstseins

Was sind Burnout-Symptome?

Körperlich und emotional

Die Symptome des Burnout-Syndroms sind vielfältig und können individuell von Mensch zu Mensch variieren. Als grundlegend gelten die Symptome auf emotionaler Ebene. Mehr noch als eine anhaltende körperliche Müdigkeit und Erschöpfung, jedoch auch verminderte emotionale Belastbarkeit, Gereiztheit und Stimmungsschwankungen der Betroffenen.

Haus und Beruf

Die Arbeit wird immer mehr zu einer Last; der Wille, sie zu tun, nimmt ab; man hat das Gefühl, als müsste man einfach „funktionieren", ist jedoch nicht mehr glücklich im Beruf. Dennoch schaffen es Betroffene meist nicht, sich in ihrer Freizeit von der Arbeit zu erholen. Häufig nehmen sie Arbeit mit nach Hause oder die Freizeit genügt ihnen nicht mehr zur Erholung von ihrer Arbeit. Der Wunsch nach mehr Pausen kommt auf, diese bringen jedoch nicht den gewünschten erholsamen Effekt.

Negativspirale

Die Reizbarkeit nimmt enorm zu, der Betroffene wird von seinen Mitmenschen als nörgelnd wahrgenommen und wird zunehmend frustrierter. Häufig gipfelt diese Unzufriedenheit mit einer Veränderung der eigenen Wahrnehmung und das Empfinden der inneren Leere in dem Wunsch, der Realität zu entfliehen, teilweise auch in Suizidgedanken.

Soziale Ebene

Der Umgang mit den Mitmenschen wird schwieriger, da der Betroffene sich zunehmend von ihnen entfernt, sei es durch eine zynische Einstellung oder durch eine zunehmende Gleichgültigkeit in der Beziehung zu ihnen, um sich emotional zu verschließen. Die Betroffenen fehlen öfter am Arbeitsplatz, weil sie dem allgemeinen Druck nicht mehr standhalten können und flüchten sich in Realitätsflucht, beispielsweise vor dem Fernseher oder auch durch Drogen. Der daraus resultierende Druck verstärkt die eigene Problemsituation nochmals, häufig gehen damit auch Beziehungsprobleme mit dem eigenen Partner einher. Ein Symptom führt also auf der emotionalen Ebene häufig zum nächsten.

Körperliche Ebene

Auf der körperlichen Ebene kann es ebenso zu Burnout-Symptomen kommen, die allerdings als psychosomatisch zu betrachten sind. Unter anderem können Schlafstörungen, Müdigkeit, Alpträume, Kopfschmerzen und Verspannungen auftreten, jedoch auch Folgen, die nicht direkt mit dem Burnout in Verbindung gebracht werden können, zum Beispiel Tinnitus, Immunschwäche, Magen-Darm-Probleme, Probleme mit der Libido oder erhöhter Blutdruck. Manche Erkrankungen treten oft im Zusammenspiel mit dem Burnout-Syndrom auf, dazu zählen unter anderem Grippe-Erkrankungen und Erkältungen.

Kognitive Ebene

Auf kognitiver Ebene lassen sich Konzentrationsprobleme, verminderte Leistungsfähigkeit, Gedächtnisprobleme und mangelnde Entscheidungsfähigkeit beobachten, ebenso wie ein Gefühl der permanenten Überforderung.

Wie entwickelt sich ein Burnout?

Es gibt keinen generellen Krankheitsverlauf beim Burnout-Syndrom; auch in der Medizin und der Psychotherapie gibt es noch kein allgemeingültiges Schema, wie sich der Zustand entwickelt. Dennoch lässt sich eine grobe Einteilung in drei Stadien vornehmen:

  • Im Stadium I ist die Leistungsfähigkeit noch hoch, der Betroffene scheint vor Energie zu strotzen, wirkt sehr offensiv in seinem Vorgehen. Man hält sich für unentbehrlich in dem, was man tut, sei es privat oder beruflich. Es lässt sich nur schwer erkennen, für den Betroffenen meist am allerwenigsten, dass er sich in einer frühen Phase eines Burnouts befindet.
  • Im Stadium II nimmt die Leistungsfähigkeit ab, der Betroffene wird zunehmend unzufriedener und passiver. Er fühlt sich überfordert und nicht ausreichend für seine Arbeit wertgeschätzt. Die Qualität seiner Arbeit lässt nach.
  • Im Stadium III schließlich hat die Leistungsfähigkeit ihren Tiefpunkt erreicht, der Betroffene ist ausgebrannt, müde, erschöpft und lustlos. Seine Arbeit nimmt er nur noch als Belastung war. Häufig flüchtet er sich aus der Realität und hat Suchtprobleme, teilweise auch Panikattacken und Suizidgedanken. Eine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung ist notwendig.

Wie wird Burnout diagnostiziert?

Das Problem bei der Diagnose eines Burnout ist, dass er keine allgemein anerkannte Krankheit darstellt. Im herkömmlichen Labor lässt sich der Zustand nicht nachweisen und es gibt keinen offiziellen Test, der formell für eine Diagnosestellung anerkannt ist. Nur wenige Ärzte verfügen über das Wissen, dass mit einer labordiagnostischen Messung der Mitochondrienfunktion und Stresshormon-Achse eine zuverlässige Beurteilung des Erschöpfungsgrades und eine Kontrolle des Behandlungsverlaufes möglich ist.

Meistens wenden sich Betroffene an ihren Hausarzt, dieser kann sie, wenn er sich nicht sicher ist, auch an einen Psychologen oder Psychotherapeuten überweisen. Anhand von Fragebögen lassen sich die Beschwerden des Patienten genauer einordnen, damit dann nach dem Ausschlussverfahren die Ursache gesucht werden kann. Das bedeutet, dass mögliche Ursachen für die körperlichen Beschwerden untersucht und ausgeschlossen werden müssen, um zu einer eindeutigeren Diagnose zu gelangen.

Es ist bei der Diagnose nicht leicht, einen Burnout von der Depression zu unterscheiden, allerdings ist dies für die Therapie von großer Bedeutung.

Wie kann ich Burnout vorbeugen?

Es gibt verschiedene Arten und Wege, einem Burnout vorzubeugen, wobei es zwei grobe Einteilungen gibt: die Verhältnisprävention verändert die Umstände, durch die der Burnout ausgelöst wurde; die Verhaltensprävention beschäftigt sich mit dem Betroffenen selbst und seiner Art, mit den Umständen umzugehen.

Bei der Verhältnisprävention ist die Umsetzung der gesetzlichen Vorgabe für Arbeitgeber, gesundheitliche Schäden ihrer Angestellten bestmöglich zu vermeiden. Im Falle von Burnout-Prävention bedeutet das, auf ein gesundes Arbeitsklima zu achten und dies zu begünstigen, durch den persönlichen Umgang der Vorgesetzten mit den Angestellten und auch in beiden Gruppen untereinander, durch ein transparentes und bewältigbares Arbeitspensum und durch Berücksichtigung der vom Betriebsrat thematisierten Probleme. Für Betroffene bedeutet dies allerdings im Umkehrschluss auch, dass sie im Falle einer Überbelastung Rücksprache mit ihren Vorgesetzten halten und gegebenenfalls eine Beschwerde beim Betriebsrat einreichen müssen.

Wichtig ist dabei auch, ein gesundes Zeitmanagement zu pflegen und Aufgaben nach ihrer Dringlichkeit zu sortieren. Stressquellen sollten identifiziert und in Angriff genommen werden. Überflüssiges sollte aus dem Zeitplan entfernt werden. Es gibt zahlreiche Seminare und Bücher, die gute Anleitungen hierzu geben und sie dabei unterstützen können.

Die Verhaltensprävention setzt an der Persönlichkeit des Betroffenen an, um einerseits seine Beanspruchbarkeit zu erhöhen und ihm andererseits Wege aufzuzeigen, Stress zu vermeiden und letztendlich seine Sichtweise zu verändern. Wichtig ist, zu lernen, wie man sich selber Grenzen setzt und diese einhält, wie man „Nein" sagen kann und wie man eine positive Lebenseinstellung gewinnt. Die eigene Zielsetzung spielt dabei ebenfalls eine wichtige Rolle: häufig setzen sich Burnout-Gefährdete unrealistisch hohe Ziele, die sie dann nicht erreichen können, was sie wiederum in die Spirale der Frustration treibt. Daher ist es unumgänglich, seine eigenen Fähigkeiten einschätzen zu lernen und diese Erkenntnisse auch konsequent umzusetzen.

Auch am eigenen Freizeitverhalten gibt es Ansatzpunkte. So kann es von großer Bedeutung sein, die Freizeit einerseits bewusster zu genießen und sinnvoller zu gestalten, um einen besseren Ausgleich zum Berufsleben zu erreichen. Auch eine stärkere soziale Verankerung in Familie und Freundeskreis wirkt sich positiv auf den geistigen Zustand aus.

Nicht zuletzt lassen sich Entspannungsmethoden erlernen, beispielsweise Autogenes Training, Meditation oder mentale Techiken wie beispielsweise Healing Code, durch die Betroffene körperlich und seelisch lernen, zur Ruhe zu kommen und so ihre Entspannung effektiver durchzuführen.

Was kann ich selbst gegen Burnout tun?

Zum einen ist es wichtig, zu lernen, auf den eigenen Körper zu hören und dessen Warnsignale als solche wahrzunehmen. Häufige Erkältungen beispielsweise weisen häufig auf eine allgemeine Überforderung hin. Zum anderen sollte man auf seine Mitmenschen hören und auch bewusst das Gespräch suchen: „Wirke ich überfordert?" kann beispielsweise eine gute Gesprächseinleitung sein, auch beim Hausarzt. Pflegen sie ihre sozialen Kontakte und besonders solche, die ihnen gut tun. Reden sie mit ihrem Vorgesetzten oder dem Betriebsrat, wenn sie sich überfordert oder ausgenutzt fühlen.

Vor allem aber gilt: nehmen sie sich bewusste Pausen, genießen sie ihre Freizeit bewusst und klären sie ihre Prioritäten. Achten sie auch darauf, ausreichend zu schlafen und ihren Schlaf erholsam zu gestalten. Ernähren sie sich gesund und ausgewogen, achten sie auf genügend Bewegung und achten sie auf ihre Gesundheit.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Liegt ein Burnout vor, werden zunächst einige der bereits erwähnten Maßnahmen umgesetzt, beziehungsweise mit dem Betroffenen vertraut gemacht. Eine Entlastung und Entschleunigung des Lebens ist notwendig, um dem Betroffenen Zeit für Reflexion und Entspannung zu schaffen.

Meistens wird auch eine Psychotherapie angewandt, um dem Betroffenen zu helfen, sein Verhalten und seine Einstellung zum Arbeitsleben zu verändern.

Der Einsatz von Medikamenten ist dann sinnvoll, wenn eine Verhaltenstherapie bei dem akuten Zustand des Patienten nicht möglich ist, weil er sich als nicht aufnahmefähig erweist oder aber starke Depressionen aufweist. Die angewandten Medikamente sind dann auch meistens aus der Gruppe der Antidepressiva. Da sie teilweise Nebenwirkungen mit sich bringen können, sollte ihr Einsatz nur in Maßen erfolgen.

Integrative Ansätze wie Mitochondrienmedizin oder eine Balancierung der Stresshormonachse sind derzeit noch weitestgehend unbekannt, scheinen jedoch einen vielversprechenden Ansatz darzustellen.

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Quellen:
http://www.hilfe-bei-burnout.de/burnout-praevention
http://www.burnout-fachberatung.de/burnout-syndrom/burnout-praevention.htm
http://www.apotheken-umschau.de/Stress/Burn-out-Syndrom-Therapie-59202\_5.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Burnout-Syndrom\#Burnout-Vorbeugung