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Cortisol wird auch bezeichnet als Hormon des Todes und des Lebens. Trotzt seiner Häufigkeit bleibt der Cortisolmangel oft  unerkannt und unbehandelt

In unserer schnellebigen Zeit werden die vielfältigen Folgeerkrankungen des Cortisolmangels zunehmend häufiger. Dennoch wird die grundlegende Organstörung, auch Nebennierenschwäche genannt, weder erkannt noch behandelt. Obwohl mittlerweile etwa die Hälfte der westlichen erwachsenen Bevölkerung unter den Symptomen eines Cortisolmangels leidet, bleibt die zugrunde liegende Nebennierenschwäche unerkannt und führt immer häufiger zu Burnout, Depressionen und Angstzuständen. Die Nebennierenschwäche verläuft in 4 Erkrankungsstadien unter dem Einfluss von chronischem Dauerstress, welcher psychischer Art sein kann oder überlastungsbedingt durch übermäßiges Arbeitspensum oder durch chronisch persistierende Infektionen wie Mononukleose oder Borreliose. Nach einer Phase der vermehrten Cortisolproduktion folgt letztendlich erschöpfungsbedingt die Phase des Cortisolmangel-Syndromes mit all ihren schwerwiegenden Folgen.

Das in den Nebennierenrinden gebildete Cortisol hat eine ausgeprägte Tagesrhythmik. Es wird in der zweiten Nachthälfte produziert, so dass es für die Tagesaktivität und die Belastungen voll verfügbar ist.

Cortisol ist als negativ geprägtes Schlagwort immer noch mehr bekannt wegen seiner Nebenwirkungen, vor allem durch hochdosierte Therapien künstlichen Cortisolderivaten, wie sie bei Asthma oder Rheuma durchgeführt werden.

Weniger bekannt sind die Symptome einer Nebennierenschwäche bei Cortisolmangel:

  • leichte Depression
  • Lebensmittelallergien und Asthma
  • vermehrte Anstrengungen, den Anforderungen des Tages gerecht zu werden
  • Verminderte Fähigkeit, mit Stress umzugehen
  • trockene und dünne Haut
  • Hypoglykämie (Unterzuckerung)
  • niedrige Körpertemperatur
  • Nervosität
  • Herzklopfen
  • unerklärbarer Haarausfall
  • Abwechselnd Durchfall und Verstopfung
  • Verdauungsstörungen

Cortisol ist neben Adrenalin das wichtigste Stresshormon; die Wirkung hält wesentlich länger an als beim Adrenalin. Es aktiviert den Stoffwechsel, hebt den Blutzuckerspiegel an, verändert die emotionale Stimmungslage und greift massiv in die Immunabwehr ein. Es wirkt stark entzündungshemmend indem es die die spezifische und unspezifische Immunabwehr blockiert. Auch die Aktivität der NK-Zellen wird gehemmt, wodurch Infektanfälligkeit resultiert.

Anders als Adrenalin wird Cortisol auf Vorrat gebildet und zwar vorwiegend in der zweiten Nachthälfte und steht morgens für die Tagesaktivität und die Stressbewältigung maximal bereit.

Im Lauf des Tages fällt Cortisol stark ab. Im Alter kann eine Funktionseinschränkung in Form einer gesteigerten Cortisolproduktion auf Stressreize auftreten, häufig gefolgt von einem Cortisolmangel im späteren Tagesverlauf.

Während chronischer Cortisolüberschuß zu Übergewicht, Diabetes, Osteoporose, Hautveränderungen, Immundefekte, Depression führt, sind die Folgen von Cortisolmangel Mattigkeit, Antriebsschwäche, Entzündungen, Störungen der Immunfunktion. Cortisolmangel kann durch Fehlregulation der Nebennieren und falsche Impulse durch den Hypothalamus und die Hirnanhangsdrüse bedingt sein. Cortisolmangel tritt am häufigsten als Folge einer chronischen Streßbelastung auf und ist regelmäßig beim Burnout zu beobachten.

Seit vielen tausend Jahren hängt unser Überleben davon ab, dass bei Gefahr eine maximale Leistung in Form von Cortisol als Stressreaktion bereitgestellt werden kann. Auch wenn die Erschöpfung noch so groß ist, versucht der Organismus eine letzte Reserve aufzubewahren für den Fall, dass Lebensgefahr eintreten könnte. Als Schutzmechanismus schaltet der Körper deshalb auf ein Energiesparprogramm um, damit diese Reserven nicht unnötig verschleudert werden. Wenn Endokrinologen einen ACTH-Belastungstest durchführen, werden die Reserven und nicht der Grad der Erschöpfung gemessen. Es liegt in der Messmethodik begründet, dass mit Belastungstests keine Nebennierenschwäche dargestellt werden kann. Auch eine isolierte Messung am Morgen ist ungeeignet, weil es um die Beurteilung der Tagesrhythmik geht. Eine Nebennierenschwäche kann aus zuvor genannten Gründen nur unter Alltagsbedingungen in einem Cortisol-Tagesprofil diagnostiziert werden.

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