Fragebögen

Ernährungstheorien können ebenso schaden wie die Zusatzstoffe der Nahrungsindustrie

Vertrauen Sie nicht länger blindlings Ernährungstheorien, nur weil sie im Trend liegen. In den Medien wird eine verwirrende Vielzahl an Ernährungs- und Diätsystemen angepriesen. Als kritischer Leser fällt es mit der Zeit immer schwerer, nachzuvollziehen, welche der Empfehlungen tatsächlich sinnvoll sind.

Ob Ihnen ein bestimmtes Ernährungssystem tatsächlich hilft, können Sie selbst testen und vergleichen, welche Nahrung Ihrem Stoffwechseltyp am ehesten entspricht. Denn nicht allein der Vitamin- und Nährstoffgehalt der Nahrung ist von Bedeutung, sondern auch die Verträglichkeit der Nahrung, die je nach Patient sehr unterschiedlich sein kann. Hierzu gehören neben Fruktose- Laktose-, Sorbit und Histaminunverträglichkeiten auch hormonelle Fehlreaktionen auf kurzkettige Kohlenhydrate und auch Lektinreaktionen (Eiweißunverträglichkeiten) sowie Geschmacksverstärker und mannigfaltige Zusatzstoffe.

Bedingt durch unsere moderne Lebensweise treten immer häufiger funktionelle Störungen des Magen-Darmtraktes auf. Wenn Nahrungsmittel unausreichend verdaut werden, treten folgenschwere Fäulnis- und Gärungsprozesse auf. Obwohl während der Verdauung erhebliche Gifte freigesetzt werden (Autointoxikation), spüren und ahnen die meisten Menschen davon nichts. Die Folgen sind nicht immer sofort, sondern zeitverzögert innerhalb von Tagen oder Wochen erkennbar.

Darmgift1

Bei der fauligen Zersetzung von Eiweiß, welches nicht rechtzeitig verdaut wurde, entstehen mannigfaltige, hochgiftige Abbauprodukte wie z.B. Leichengifte und krebserregende Substanzen. Ein gesunder Darm verfügt über eine natürliche Barrierefunktion, durch die das Eindringen von schädlichen Substanzen verhindert wird. Fällt bei einer länger bestehenden Überforderung die Darmschleimhaut diese Schutzzone aus (Leaky Gut Syndrom), so gelangen die toxischen Stoffe zunächst in das Lymphsystem des Darmes. Die hier entstehenden Schäden sind nicht zu unterschätzen, wenn man bedenkt, dass sich ca. 80% aller Immunzellen des Körpers in der Darmwand und in den angelagerten Lymphknoten befinden. Von dort aus werden die giftigen Substanzen über die Pfortader zur Leber weitertransportiert. Ist die Leber durch die heranflutenden Stoffe in ihrer Entgiftungsfunktion überfordert, so gelangen die Fäulnis-Produkte in den großen Blutkreislauf und beeinträchtigen die Zell- und Stoffwechselfunktionen im gesamten Körper.

Welche Rolle spielt die Darmflora?

Der Darm, insbesondere der Dickdarm, enthält eine große Anzahl Bakterien, die verschiedene Aufgaben erfüllen. Sie schützen uns vor Infektions­krankheiten und liefern der Darmschleimhaut durch ihre Stoffwechselprodukte wichtige Nährstoffe, indem sie unverdaute Nahrungs­bestandteile abbauen. Sie tragen auch geringfügig zur Vitaminversorgung bei. Die Mikroben sind, was ihren Stoffwechsel angeht, sehr flexibel. Sie richten sich weitestgehend nach dem Substratangebot, d.h. sie verstoffwechseln Nahrungsbestandteile, die unser Verdauungssystem nicht verwertet hat, zum Beispiel Bal­laststoffe. Zusätzlich können sie sich auch von Zellresten ernähren, denn die menschliche Darmschleimhaut erneuert sich ständig und sondert laufend abgestorbene Zellen ab. Auch wenn die Flora jedes Menschen individuell geprägt ist, konnten in aufwendigen Studien an großen Probandengruppen gewisse Regelmäßigkeiten hinsichtlich der Zusammensetzung und der Keimzahlbereiche beobachtet werden. Man schätzt, dass der menschliche Darm etwa 500 verschiedene Bakterienarten beherbergt. Die Gesamtkeimzahl wird auf etwa 1012 pro Gramm Stuhl geschätzt, das entspricht etwa einem Drittel der Stuhlsubstanz. Die Bakterien werden aufgrund ihrer Stoffwechselaktivität als Säuerungskeime bzw. Fäulniskeime bezeichnet. Wenn das Verhältnis dieser Keimgruppen ausgewogen ist, liegt im Darm ein gesundes Milieu vor. Ist die Balance gestört, entstehen Stoffwechselprodukte, die den Körper krank machen.

Welche Gifte entstehen im Darm?

Prof. Becher fand bereits in den 50iger Jahren an der Frankfurter Medizinischen Universitätsklinik die Fäulnisstoffe Indol, Phenol, Kresol, Skatol und weitere Substanzen. Sie entstehen durch bakterielle Zersetzung der Nahrung aus den essentiellen aromatischen Aminosäuren Tyrosin, Tryptophan und Phenylalanin.

Darmgift2

Prof. Pirlet und Mitarbeiter fanden in den 70iger Jahren giftige Gärungsprodukte. Sie stießen auf das toxische Methanol und auf die Gärungsalkohole Butanol und Propanol, auf die sog. Fuselöle oder Fuselalkohole.
Die Produktion und Ausscheidung der toxischen Gärungsalkohole ist gering bei einer leicht verdaulichen Mischkost (D1). Sie steigt dann stufenweise auf ein Mehrfaches an bei zusätzlichen Kohlenhydratgaben (D2), noch höher bei Vollwertkost (D3), und die höchsten Werte bei Eiweiß-Zulagen zur üblichen, auch schwerverdaulichen Mischkost (D5). Unter Biosorbin (D4) einer leicht verdaulichen, flüssigen Kunstnahrung liegt die Produktion wieder niedrig.

Darmgift3


Bei Patienten, die ihre gärungs-dyspeptischen Störungen verloren haben, finden sich keine Gärungs-Alkohole im Stuhl. Gärungsalkohole sind zellschädigend (cytotoxisch) und damit immunschädigend (lymphotoxisch), sie sind krebserregend (mutagen und carcinogen). Diese Stoffe werden durch dir Darmwand in den Körper aufgenommen (Resorption) und über Niere, Lunge und Haut ausgeschieden.

Fäulnis- und Gärungsprodukte, die im Inneren des Darmes entstanden sind, durchströmen die Darmlymphknoten, die Lymphknoten des Mesenteriums und der Hinterwand des Bauchraumes. Dies sind 60 - 80 % des gesamten Immun-Systems, unseres Reparatur-Systems. Dieses Immun- und Reparatur-System ist an der Entwicklung vieler, speziell chronischer Krankheitszustände beteiligt. Gärungs-Toxine entstehen immer dann, wenn nicht alles ordnungsgemäß verdaut wird, wenn nicht alles verdaut werden kann, was dem Verdauungssystem aufgezwungen wird:

  • rohe Stärke in Körnern,
  • rohe Blätter, rohe Wurzeln,
  • zu viel Phytin und Alkaloide durch unsachgemäßen Verzehr von Rohprodukten
  • insgesamt zu viel,
  • zu grob,
  • in zu großen Einzelportionen,
  • zu spät am Abend
  • zu hastig und
  • zu gedankenlos „hinuntergeschlungen“

Prof. Pirlet bezeichnet diese Selbstvergiftung des Darmes (intestinale Autointoxikation) als eine Krankheitsursache aller erster Ordnung. Der darmgesunde Mensch ist vitaler, er lebt länger in Gesundheit. Der Bundesbürger glaubt aber, unter dem Eindruck all dessen, was in den Medien angepriesen wird, dass er etwas für seine Gesundheit tun muss. Er ernährt sich „naturgemäß“, er ernährt sich „vollwertig“. Die Folgen der Fehlverdauung durch falsch angewandte Rohkost sind erheblich.

Andererseits wird die Nahrung durch Erhitzung denaturiert, sodass wertvolle Enzyme bereits ab Temperaturen von 40° Celsius zerstört werden. Aus diesem Grunde sollte auch ein individuell abgestimmer Anteil an frischer und unerhitzter Nahrung zugeführt werden. Wichtig ist nicht nur die Aufteilung in kleine Portionen, sondern auch die stetige Abwechlung, um den Organismus nicht mit einer einseitigen Alkaloidlast (Pflanzliche Abwehrstoffe gegen Parasiten) zu überfordern.

Am besten Sie prüfen selbst, ob sich Ihre gesundheitlichen Störungen durch die folgenden Empfehlungen innerhalb weniger Tage bis Wochen bessern:

  • die Hauptnahrung sollte aus Gemüse und Salaten bestehen, zubereitet mit hochwertigen pflanzlichen Ölen
  • mäßiger Obst- und Fleischkonsum in kleinen Portionsgrößen ist in der Regel verträglich
  • Kuhmilchprodukte stark reduzieren
  • Kohlenhydrate wie Zucker, Obstsäfte, Getreide, Kartoffeln und Reis stark reduzieren
  • regelmäßig kleine Portionen von Nüssen, Sprossen und Keimlinge sind empfehlenswert
  • meiden Sie unbedingt Fertigprodukte, Geschmacksverstärker und gehärtete Fette
  • bevorzugen Sie kleine Mahlzeiten
  • 1-2x wöchentlich Mahlzeiten auslassen, solange keine Unterzuckerungssymptomatik auftritt (Darmurlaub)
  • wechseln Sie Nahrungsbestandteile (Rotation beugt Nahrungsmittelallergien vor)
  • nur Essen, wenn Sie auch Hunger haben
  • genießen Sie Ihre Mahlzeiten und kauen Sie gut

Wenn Sie wissen möchten, in welchem Ausmaß diese hochgiftigen Krankheitsauslöser in Ihrem Darm vorhanden sind, stehen uns zielgerichtete Diagnoseverfahren zur Verfügung wie z.B. der Indikan-Check, der Darm-Check, die Bestimmung der Säure-Basen Belastung im Stoffwechsel und nicht zuletzt die manuelle Untersuchung des Bauches durch den Arzt. Mit Hilfe dieser Untersuchungen können frühzeitig Problembereiche erkannt werden, so dass eine rechtzeitige, Umstellung auf eine individuell angepasste Ernährung, sowie eine Sanierung des Darmes ermöglicht wird.

Eine wirkungsvolle Therapie, die den Darm und damit den gesamten körperlichen Zustand des Menschen wieder aufzubauen vermag, erfordert vier Behandlungsebenen:

  • Schonung
  • Säuberung
  • Schulung
  • Substitution

Schonung ist eine Grundbedingung, für die Reinigung und Regeneration des Darmes.

Durch die Säuberung werden alte, verbackene, häufig auch verkrustete Ablagerungen bis in den tiefsten Nischen des Dickdarmes entfernt. Hierzu steht eine Therapiekombination in Form von Passagesalzen, Colon-Hydro-Therapie und manueller Bauchbehandlung zur Verfügung.

Die Schulung des Patienten ist deshalb von großer Bedeutung weil ein dauerhafter Therapieerfolg  nur durch eine langfristige Mitarbeit des Patienten durch Vermeidung erneuter Schädigungen aufrecht erhalten werden kann.

Unter natürlichen Lebensbedingung bedarf es normalerweise keiner Substitution durch Vitamine, Spurenelemente, Bakterienkulturen und Substraten, die das Darmmilieu stabilisieren. Doch unsere „zivilisierte“ Lebensweise mit hochtechnisierter Nahrungsmittelindustrie ist u.a. dafür verantwortlich, dass mittlerweile eine erhebliche Anzahl Patienten dauerhaft unter Nährstoffmangel und Nischen in der Darmflora leiden.

Sobald Reparatur- und Reinigungsmechanismen Ihres Körpers durch oben genannte Behandlungen wieder hergestellt sind, ist eine Grundlage geschaffen, unter der die Vitalität und Gesundheit Ihres Körpers langfristig aufrecht erhalten werden kann.

Literatur: Zur Problematik der Vollwerternährung, K. Pirlet, Erfahrungsheilkunde Band 41

 
 

 

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