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Die fortschreitende Entwicklung der Nebennierenschwäche

Krankheiten entwickeln sich normalerweise in Stufen, da der Körper immer mehr abbaut.


1. Stufe: Alarm-Reaktion („Kampf-oder-Flucht-Reaktion“)
In diesem Stadium ist der Körper durch die Stressfaktoren alarmiert und fährt eine agressive Anti-Stressreaktion hoch, um das Stressniveau zu reduzieren. Manche Ärzte nennen dies das Frühstadium der Nebennierenschwäche.

Typischerweise ist das ACTH aus der Hypohyse erhöht, das die Drüsen der Nebenniere bis zum Anschlag  stimuliert, um eine Verteidigungsreaktion vorzubereiten. Das Nebennierenmark wird stimuliert, mehr Adrenalin zu produzieren und die Gesamtausschüttung des Cortisols aus der Nebennierenrinde wird erhöht. Die DHEA-Produktion ist entsprechend vermindert. Während dieser Phase benötigt der Körper Cortisol, um mit dem Stress fertig zu werden. Daher wird die Cortisol-Produktion weiter erhöht. Nach einer Weile haben die Nebennieren Schwierigkeiten, der ständigen Forderung des Körpers nach mehr Cortisol nachzukommen.

2. Stufe: die Resistenz-Reaktion
Bei chronischem oder akutem Stress sind die Nebennieren schließlich nicht mehr in der Lage, mit den Forderungen nach Cortisol Schritt zu halten. So kommt es, dass die Cortisol-Produktion von einem Höchststand aus anfängt, auf normale Spiegel abzusinken, während das ACTH auf hohem Niveau bleibt. Bei erhöhtem ACTH und schwachen Nebennieren wird weniger Cortisol produziert, weil sich die Nebennieren immer mehr erschöpfen. Während die Cortisol-Spiegel am Morgen, Mittag und Nachmittag oft niedrig sind, sind sie am Abend normalerweise auf normalem Niveau.

Jetzt stellt sich ein Phänomen ein, das der „Pregnenolon-Diebstahl“ genannt wird (auch Cortisol-Weiche genannt). Der Pfad in Richtung Cortisol-Herstellung wird vorherrschend, da der Körper das Cortisol innerhalb der Gesamt-Hormonherstellung bevorzugt. Andere Hormone wie das Pregnenolon, DHEA, Testosteron und das Östrogen werden weniger begünstigt und ihre Produktion nimmt immer weiter ab. Die Folge ist eine Reduzierung des Gesamt-Pregnenolons, aber die Gesamt-Cortisolherstellung bleibt auf normalem Niveau. Sorgfältige Beobachtung des Cortisol-Tagesprofils deckt das Muster einer gestörten Funktion auf, mit unnormal niedrigem Cortisol am Morgen. Zu dieser Tageszeit wird das Cortisol am meisten benötigt. Oft ist das Cortisol am Abend immer noch im normalen Bereich.


3. Stufe: Erschöpfung
Trotz des steigenden ACTH sind die Nebennieren nicht mehr länger in der Lage, mit den steigenden Forderungen nach Cortisol Schritt zu halten. Dies kann sich über mehrere Jahre hinziehen. Daher wird die Gesamtproduktion des Cortisol reduziert und das DHEA fällt weit unter den Durchschnittswert. Üblicherweise fällt das Cortisol am Abend ab, da die Hypothalamus-Hypophysen-Achse zusammenbricht und der Körper nicht mehr in der Lage ist, die Homöostase (Selbstregulation) aufrecht zu erhalten. Schwere Ungleichgewichte bei den Sexualhormonen sind dann üblich und Vorboten einer Nebenniereninsuffiziens.

4. Stufe: Zusammenbruch
Letztendlich sind die Nebennieren total erschöpft. In diesem Stadium haben die Patienten ein erhöhtes Herzinfarktrisiko und ein erhöhtes Risiko zu sterben.


Warum die herkömmliche Medizin bei der Diagnose und Behandlung der Nebennierenschwäche fehlschlug

Obwohl die subklinische Nebennierenschwäche mit ihren verschiedenen Stufen als deutlich klinisches Syndrom seit Beginn des 20. Jahrhunderts bekannt ist, sind die meisten Ärzte mit diesem Zustand nicht vertraut. Aus dem einfachen Grunde, weil sie schwer durch den herkömmlichen Bluttest zu diagnostizieren ist. Normale Bluttests sind dazu konzipiert worden, schwere und absolute Nebennieren-Hormon-Mängel aufzudecken, die als Morbus Addison bekannt sind. Diese Krankheit betrifft nur 4 von 100.000 Menschen und ist oft die Folge einer Autoimmunerkrankung bzw. infektiösen Ursprungs. Die Bluttests sind auch dazu geeignet, extrem hohe Nebennieren-Hormon-Spiegel aufzudecken, die bekanntlich bei Morbus Cushing auftreten.

Nebennierenhormone weisen bei einer Nebennierenschwäche niedrige Spiegel auf, sind aber immer noch im „normalen“ Bereich und nicht niedrig genug, um die Diagnose Morbus Addison in den regulären Bluttests zu bestätigen. Tatsächlich können Ihre Nebennieren-Hormone auf der Hälfte des optimalen Stands sein und immer noch als „normal“ angesehen werden. Dass die Spiegel der Nebennieren-Hormone auf „normalem“ Level liegen, heißt nicht, dass der Patient keine Nebennierenschwäche hat. Konventionelle Ärzte lernen nichts von der Bedeutung der subklinischen Nebenniereninsuffizienz. Sie werden von Bluttests irregeführt, die nicht sensitiv genug sind, um die subklinische Nebenniereninsuffizienz aufzudecken. Dies führt zu dem Ergebnis, dass den Patienten, deren Nebennierenfunktion untersucht wird, gesagt wird, sie sei „normal“. In Wirklichkeit aber arbeiten die Drüsen der Nebennieren nicht optimal, mit deutlichen Zeichen und Symptomen, da der Körper nach Hilfe und Aufmerksamkeit schreit.

Die Nebennierenschwäche betrifft mehr Menschen als der Morbus Addison. Sie wird nicht erkannt und hat massvie Ausmaße angenommen. Um die Nebennierenschwäche sicher zu diagnostizieren, sind mehr sensitive Labortests und eine äußerst gewissenhafte  Aufzeichnung und Analyse des Krankheitsverlaufes notwendig.

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Quelle: Dr. Lam

Häufige Ursachen der Nebennierenschwäche

In den westlichen Ländern kommt chronischer Stress sehr häufig vor. Die häufigsten Gründe für Stress sind beruflicher Druck, Tod eines geliebten Menschen, Umzüge, Arbeitsplatzwechsel, Krankheit und Eheprobleme. Die Nebennierenschwäche tritt auf, wenn der Stress die Kapazitäten des Körpers übersteigt. Es gelingt nicht mehr, den Stress auszugleichen und sich zu erholen.

Stressfaktoren, die zu Nebennierenschwäche führen können:

* Ärger
* chronische Müdigkeit
* chronische Infektionen
* chronische Schmerzen
* Depression
* exzessiver Sport
* Angst und Schuldgefühle
* Glutenunverträglichkeit
* niedriger Blutzucker
* Mal-Absorption
* Verdauungsstörungen
* Vergiftungen
* schwerer oder chronischer Stress
* Operationen
* spätes Aufbleiben
* Schlafentzug
* hoher Zuckerkonsum
* hoher Koffein-Konsum aus Kaffee und Tee

Einer der am häufigsten übersehenen Gründe für Nebennierenschwäche ist eine chronische oder schwere Infektion, die eine Entzündungsreaktion hervorruft. Solch eine Infektion kann subklinisch, ohne erkennbare Symptome auftreten. Parasiten- und Bakterienbefall, wie „Giardia“ oder Helicobacter pylori, sind oft die Hauptschuldigen.

Wie Stressfaktoren auf den Körper wirken

Wenn ein Mensch gestresst ist, reagiert der Körper, indem er eine Stressreaktion hochfährt, mittels Stimulierung des vegetativen Nervensystems. Dies nennt man auch die „Kampf oder Flucht“-Reaktion, da sich der Körper gegen eine mögliche Gefahr wappnet. Wenn dies passiert, wird Adrenalin aus dem Nebennierenmark ausgeschüttet und die „Hypothalamus-Hypophysen-Achse“ wird angeregt, ACTH auszuschütten, was wiederum die Nebennierenrinde veranlasst, die Produktion des Anti-Stress-Hormons Cortisol zu erhöhen.

Wenn ein Mensch chronischem Stress ausgesetzt ist, können die Cortisol-Spiegel möglicherweise so hoch ansteigen, dass sich die Nebennieren erschöpfen und die Produktion danach geringer wird. Zur gleichen Zeit, fängt das DHEA, ein Hormon, das normalerweise in den Nebennieren produziert wird, an zu sinken, ohne zunächst einen Höchststand zu erreichen (wie im Falle des Cortisol). Bei chronischem Stress findet ein Absinken des DHEA bei gleichzeitigem Anstieg des Cortisol statt. Als Folge erhöht sich das Verhältnis von Cortisol zu DHEA.

Wie in den meisten hormonellen Regelkreisen, gibt es ein negatives Rückkopplungsystem, das die Produktion jedes Hormons begrenzen soll. Dasselbe passiert mit dem Cortisol, mit einer Ausnahme: Während anhaltendem oder akutem Stress, wenn der Körper bemerkt, dass sein Überleben auf dem Spiel steht, stumpft die exzessive Ausschüttung von Cortisol das negative Rückkopplungssystem ab. Mit anderen Worten, anstatt dass das Rückkopplungssystem die Produktion von Cortisol eindämmt, sobald das Gesamt-Cortisol hoch liegt, reagiert der Körper genau gegenteilig. Da das Cortisol das Anti-Stress-Hormon ist, wird der Körper sehr hohe Cortisol-Spiegel als drohende Gefahr interpretieren. Wenn das passiert, hat das hohe Cortisol statt dessen einen dämpfenden Effekt auf das negative Rückkopplungssystem, damit wir die Bedrohung überstehen können. Daher wird noch mehr Cortisol produziert. Auf diese Weise will der Körper sicher gehen, dass wir mit dem anhaltenden Stress, der unser Überleben gefährdet, fertig werden.

Wenn unser Körper gestresst ist, steigt unser Cortisol-Spiegel unter Bedingungen an, die das negative Rückkopplungssystem dämpfen. Während dessen sinkt unser DHEA-Spiegel weiter ab. Das Ergebnis ist ein hohes Cortisol-zu-DHEA-Verhältnis. Und:

1. Reduzierte Insulin-Sensibilität, reduzierte Glukose-Verwertung und erhöhter Blutzucker, was zu Diabetes führt.

2. Reduzierte Sekretion von IgA (die wichtigste zelluläre Schutzmaßnahme), natürlichen Killerzellen und reduzierte T-Lymphozyten-Aktivität. Das führt zu erhöhter Infektanfälligkeit wie Herpes, Pilzbefall und Virusinfektionen.

3. Erhöhter Knochenmasseverlust, da die Calzium-Absorption blockiert ist. Eine Demineralisation der Knochen beginnt und auf diese Weise entsteht Osteoporose.

4. Vermehrte Fettansammlung um die Taille herum und Verlust von Eiweißen, der zu Muskelverfall und zum Verlust der Fähigkeit, Gewicht abzunehmen, führt.

5. Erhöhtes Zurückhalten von Wasser und Salz, was zu hohem Blutdruck führt.

6. Östrogen-Dominanz, was zu PMS, Gebärmutter-Myomen und Brustkrebs führt.

Die Stressreaktion aus der hormonellen Perspektive

Was passiert, wenn Ihr Chef Sie in der Arbeit anschreit? Lassen Sie uns jetzt einige der Auswirkungen innerhalb ihres Körpers aus der hormonellen Perspektive untersuchen.

* Ihr Hypothalamus signalisiert Ihrer Hypophyse, dass sie ACTH ausschütten soll.
* Das ACTH stimuliert das Nebennierenmark, Adrenalin und die Nebennierenrinde Cortisol auszuschütten sowie andere Hormone.
* Ihr Cortisol-Spiegel wird ansteigen und dadurch mehr gespeichertes Glykogen zur Energiegewinnung in Blutzucker umwandeln. Die Energieverfügbarkeit wird ebenfalls durch das Adrenalin der Nebennieren gesteigert.
* Ihr Herzschlag steigt an (durch das Adrenalin)
* Sie neigen vermehrt zum Schwitzen (durch das Cortisol)
* Ihre Muskelspannung verstärkt sich (durch das Cortisol und Adrenalin)
* Ihre Verdauung verlangsamt sich, da das Blut zu wichtigeren Geweben geleitet wird. Ihr Blasen- und Schließmuskel kann sich entspannen.


Wenn die oben beschriebene Körperreaktion über einen längeren Zeitraum anhält oder auch in bestimmten Fällen während des akuten Stresses, kann eine Nebennierenschwäche auftreten, da sich die Drüsen der Nebennieren erschöpfen.

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Quelle: Dr. Lam

Symptome bei Nebenniernschwäche

Ermüdung und Teilnahmslosigkeit gehört immer häufiger zu den Symptomen bei den Menschen unserer westlichen Industienationen. Wenn Sie einige der folgenden Symptome bemerken wie Müdigkeit, Allergien, vermehrt Infekte, Arthritis, Depression, Angst, Panik und Konzentrationsschwierigkeiten, Schlaflosigkeit, Ausgebranntsein, ungewollte Gewichtsveränderungen, leiden Sie möglicherweise an einer Nebennierenschwäche.

Die Nebennierenschwäche hat ein breites Spektrum an unspezifischen, häufig schwächenden Symptomen. Diese Krankheit beginnt oft langsam und heimtückisch. Unser Körper ist dafür gebaut, mit akutem Stress umzugehen. Wenn unzureichene Erholungspausen den Menschen über längere Zeit überfordern, ermüden unsere Nebennierenund es treten Symptome ein, die auf gestörten Körperfunktionen basiert.

Trotz effektiver Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten, sind die meisten schulmedizinisch ausgebildeten Ärzte schlicht und einfach nicht informiert und nicht darauf vorbereitet, die Nebennierenschwäche als ernste Bedrohung der Gesundheit anzusehen. Neben einem Cortisolmangel, der in Abhängigkeit vom Tagesverlauf bewertet wird, können auch DHEA, Noradrenalin, Dopamin und Serotonin wichtige Aufschlüsse über den gesundheitlichen Zustand der Nebennieren geben.

Zeichen und Symptome der Nebennierenschwäche

Je nach Stadium der Nebennierenschwäche häufen sich jeweils bestimmte Symptome. Während in den Stadien 1 und 2 eher der Griff nach dem  Kaffee, Heißhunger und Müdigkeitsphasen gefunden werden, treten ab Stadium drei zunehmend Symptome wie Interessenverlust, Depression und Stimmungsschankungen und Leistungsminderung bis hin zur vollen Symptomatik des Burnout ein.

  • Neigung zu Übergewicht oder Untergewicht
  • Infektanfälligkeit und die Tendenz, dass Infekte länger als normal anhalten
  • Neigung zum Zittern, wenn man unter Druck gerät
  • Besserung des Allgemeinbefindens bei Ruhe und im Liegen
  • verminderte Merkfähigkeit
  • Energieloch am Morgen und am Nachmittag gegen 15 - 17.00 Uhr
  • Plötzliche, kurze Besserung der Beschwerden nach einer Mahlzeit
  • häufige Müdigkeit zwischen 21. und 22.00 Uhr
  • man benötigt Kaffee oder andere anregende Mittel, um am Morgen „in die Gänge“ zu kommen
  • Sucht nach salzigen, fettreichen und eiweißreichen Lebensmitteln, wie z.B. Fleisch und Käse
  • Schmerzen im oberen Rücken- oder Nackenbereich ohne erkennbare Ursachen
  • Besseres Befinden, wenn der Stress nachlässt, wie in einem Urlaub

weitere Symptome bei Nebenniernschwäche

  • leichte Depression
  • vermehrte Anstrengungen, den Anforderungen des Tages gerecht zu werden
  • Verminderte Fähigkeit, mit Stress umzugehen
  • trockene und dünne Haut
  • Hypoglykämie (Unterzuckerung)
  • niedrige Körpertemperatur
  • Nervosität
  • Herzklopfen
  • unerklärbarer Haarausfall
  • Abwechselnd Durchfall und Verstopfung
  • Verdauungsstörungen

Wenn Sie viele dieser Anzeichen und Symptome aufweisen, ist es Zeit, an eine Nebennierenschwäche als mögliche Ursache zu denken, sofern andere organische Ursachen ausgeschlossen wurden. Keines der Symptome und Anzeichen für sich allein führt zur Diagnose der Nebennierenschwäche. Wenn man sie zusammen betrachtet, ergeben diese Symptome ein bestimmtes Syndrom - das eines Menschen unter Stress. Diese Symptome sind das Endergebnis von akutem, schwerem oder chronischem Stress und der Unfähigkeit des Körpers, sich von solchem Stress zu erholen.

Grundlagen der Nebennieren-Funktion

Die Nebennieren sind zwei kleine Drüsen ungefähr von der Größe einer Traube. Sie liegen oberhalb der Nieren. Ihre Aufgabe ist es, dem Körper bei der Stressbewältigung zu helfen und sein Überleben zu sichern. Jede Nebenniere hat zwei Bereiche. Der innere Bereich, das Mark (Modulla), steuert das vegetative (unwillkürliche) Nervensystem durch Sekretion und Regulierung zweier Hormone, des Adrenalins und des Noradrenalins. Sie sind für die „fight or flight“-Reaktion verantwortlich (= „Kampf oder Flucht“). Der äußere Bereich, die Nebennierenrinde, macht ungefähr 80 Prozent der Nebenniere aus und ist für die Produktion von über 50 verschiedenen Hormonen in drei Hauptkategorien verantwortlich: die Glukokortikoide, die Mineralkortikoide und die Sexualhormone (Androgene).

Das wichtigste Glukokortikoid ist das Cortisol. Wenn es absinkt, ist der Körper nicht mehr in der Lage, mit Stress fertig zu werden.

Mineralkortikoide wie das Aldosteron steuern das empfindliche Gleichgewicht der Minerale in den Zellen, besonders das des Natriums und des Kaliums (Elektrolyt- und Wasserhaushalt des Körpers). Daher reguliert es auch unseren Blutdruck. Stress fördert die Ausschüttung von Aldosteron, das eine vermehrte Natriumresorption bewirkt (was wiederum vermehrt Wasser in den Zellen zurückhält und zu hohem Blutdruck führt) und ebenso einen Verlust an Kalium und Magnesium. Magnesium ist in über 300 enzymatischen Reaktionen im Körper beteiligt. Wenn dem Körper Magensium fehlt, wird er an einer Vielzahl von krankhaften Zuständen leiden, wie zum Beispiel Herz-Rhytmus-Störungen, Gebärmutter-Zysten und Osteoporose.

Die Nebennierenrinde ist auch für die Produktion der Sexualhormone verantwortlich, wenn auch nur in geringen Mengen. Eine Ausnahme bildet DHEA, ein schwach männlich wirkendes Hormon, das in beiden Geschlechtern in großen Mengen gebildet wird. DHEA,Testosteron und Östrogen werden aus Pregnenolon gebildet, das wiederum aus Cholesterol gebildet wird.

Pregnenolon führt ebenso zur Bildung von Progesteron und stellt einen der Zwischenschritte in der Bildung von Cortisol dar. Pregnenolon ist daher eines der wichtigsten Vorstufen-Hormone die in der hormonellen Kaskade vorkommen. Lang anhaltender Pregnenolon-Mangel führt sowohl zu einer Reduzierung der Glukokortikoide als auch der Mineralkortikoide, wie Cortisol beziehungsweise Aldosteron.

Cortisol
Das wichtigste Anti-Stress-Hormon im Körper ist das Cortisol. Cortisol schützt den Körper vor exzessivem Stress durch:

Normalisierung des Blutzucker-Spiegels - Cortisol erhöht den Blutzucker-Spiegel im Körper, auf diese Weise wird dem Körper Energie zur Verfügung gestellt, um einer drohenden, körperlichen Gefahr zu entfliehen, mit dem Ziel des Überlebens. Cortisol funktioniert in Zusammenarbeit mit dem Insulin aus der Bauchspeicheldrüse, das für eine angemessene Versorgung der Zellen mit Glukose sorgt. Je mehr der Körper unter Stress steht, egal welcher Ursache, um so mehr Energie ist nötig. Cortisol ist das Hormon, was dies ermöglicht. Bei einer Nebennierenschwäche wird in frühen Entwicklungsstufen mehr Cortisol produziert. In späteren Stadien (wenn die Nebennieren sich erschöpfen) wird die Cortisolproduktion verringert und der Blutzucker-Spiegel wird zum Problem.

Entzündungshemmende Reaktion – Cortisol ist ein stark entzündungshemmender Stoff. Wenn wir eine leichte Verletzung oder eine Muskelzerrung haben, wird unsere Entzündungs-Reaktion eingeleitet, die zu Schwellung und Rötung führt. Dies ist oft bei einer Knöchel-Verstauchung oder einem Insektenstich zu sehen. Cortisol wird als Teil der Entzündungs-Reaktion ausgeschüttet. Seine Aufgabe ist es, die Schwellung und Rötung in fast allen Geweben abklingen zu lassen und zu verhindern. Diese Gegenreaktion verhindert, dass Mückenstiche immer größer werden, Bronchien und Augen von Allergien zuschwellen und dass Schwellungen zu ausgeprägt werden.

Unterdrückung des Immunsystems – Menschen mit hohen Cortisol-Spiegeln haben eine schwächere Immunabwehr. Cortisol beeinflusst fast alle Zellen, die an der Immunreaktion beteiligt sind, ganz besonders die weißen Blutkörperchen. Cortisol unterdrückt weiße Blutkörperchen, die natürlichen Killer-Zellen, die Monocyten, Makrophagen und die Mastzellen. Es unterdrückt ebenso die Autoimmunreaktion bei unbekannten Angriffen.

Gefäß-Kontraktion – Cortisol kontrahiert mittelgroße Arterien. Menschen mit niedrigem Cortisol (wie in fortgeschrittenen Stadien der Nebennierenschwäche) haben niedrigen Blutdruck und eine verminderte Reaktion auf andere Stoffe, die die Adern kontrahieren lassen. Cortisol erhöht tendenziell den Blutdruck, der durch Kalzium und Magnesium gesteuert wird.

Die Physiologie des Stresses – Menschen mit Nebennierenschwäche sind nicht stress-resistent und werden extremem Stress erliegen. Wenn sich ihr Stress erhöht, werden zunehmend höhere Cortisol-Spiegel benötigt. Wenn der Cortisol-Spiegel als Reaktion auf den Stress nicht ansteigen kann, wird es unmöglich, den Körper in einer optimalen Anti-Stress-Reaktion zu halten. Aus dieser Sicht können wir schließen, dass uns Stress „umbringt“.

Zusammenfassung: Cortisol erhält das Leben mittels zweier gegensätzlicher, aber in Beziehung zueinander stehenden Regulations-Mechanismen aufrecht: Freisetzen und Aktivieren der bestehenden Verteidigungsmechanismen des Körpers, Herunterfahren und Anpassen derselben Mechanismen, um eine Überreaktion zu vermeiden, die ernsthafte Schäden oder Zelltod verursachen könnten.

 

Die Regulierung des Cortisols

Die Drüsen der Nebennieren werden durch die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse (in Englisch abgekürzt „HPA axis“) kontrolliert. Es gibt eine negative Rückkopplung, die die Ausschüttung der Nebennieren-Hormone unter normalen Bedingungen kontrolliert. Zum Beispiel passt die HPA-Achse die für den Körper benötigten Cortisol-Spiegel mithilfe eines Hormons an, das ACTH genannt wird. ACTH wird in der Hypophyse gebildet, die wiederum auf Signale des Hypothalamus reagiert. Wenn sich das ACTH an die Zellen der Nebennieren setzt, wird eine Kettenreaktion innerhalb der Zellen ausgelöst. Dies führt zur Ausschüttung des Cholesterol, das in Pregnenolon, dem ersten Hormon der Nebennieren-Kaskade, umgewandelt wird. Danach wird Cortisol dem Blutkreislauf zugeführt, von wo aus es in alle Teile des Körpers und zurück zum Hypothalamus wandert, wo es gemessen wird. Dies vervollständigt die negative Rückkopplung.

Cortisol und ACTH werden nicht gleichmäßig über den Tag verteilt ausgeschüttet. Sie unterliegen einem Tagesprofil, welches die höchsten Werte um 8.00 Uhr morgens aufweist. Danach fällt es allmählich im Verlauf des Tages ab. Sporadische Spitzen können ebenso auftreten, wenn der Körper gestresst ist oder bestimmte Nahrungsmittel zu sich genommen werden. Der Cortisol-Spiegel ist zwischen Mitternacht und 4.00 Uhr morgens am niedrigsten.

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Quelle: Dr. Lam

Labortests bei Nebennierenschwäche

Um eine Nebennierenschwäche abzuklären, sind die Spiegel der beiden wichtigsten, freien Hormone Cortisol und das DHEA am besten geeignet. Speicheltests werden bevorzugt, da diese die Menge der freien und zirkulierenden Hormone messen, anstatt der gebundenen, die üblicherweise in Bluttests gemessen werden.

Cortisol hat seinen Höchststand am Morgen und seinen niedrigsten in der Nacht um ungefähr 3.00 Uhr. Am genauesten ist es, wenn man mindestens drei Proben von Cortisol nimmt (morgens, mittags, und vor dem Schlafengehen, ggf. auch nachts). Mit mehreren Proben, die über den Tag verteilt abgenommen werden, kann der Tagesverlauf des freien Cortisols im Verhältnis zum DHEA-Spiegel aufgezeichnet werden.

Seit vielen tausend Jahren hängt unser Überleben davon ab, dass bei Gefahr eine maximale Leistung in Form von Cortisol als Stressreaktion bereitgestellt werden kann. Auch wenn die Erschöpfung noch so groß ist, versucht der Organismus eine letzte Reserve aufzubewahren für den Fall, dass Lebensgefahr eintreten könnte. Als Schutzmechanismus schaltet der Körper deshalb auf ein Energiesparprogramm um, damit diese Reserven nicht unnötig verschleudert werden. Wenn Endokrinologen einen ACTH-Belastungstest durchführen, werden die Reserven und nicht der Grad der Erschöpfung gemessen. Es liegt in der Messmethodik begründet, dass mit Belastungstests keine Nebennierenschwäche dargestellt werden kann. Auch eine isolierte Messung am Morgen ist ungeeignet, weil es um die Beurteilung der Tagesrhythmik geht. Eine Nebennierenschwäche kann aus zuvor genannten Gründen nur unter Alltagsbedingungen in einem Cortisol-Tagesprofil diagnostiziert werden.

Wenn Sie Hormone wie DHEA oral einnehmen oder Hormoncremes benutzen, kann man den Anstieg im Speicheltest sofort messen. Im Blutanalysen ist der Anstieg der Hormone ebenso erkennbar, allerdings wird er erst nach ungefähr 3 Monaten sichtbar.

Stress kann die Spiegel der Nebennieren-Hormone ebenso beeinflussen. Wenn Sie Ihren Cortisol-Spiegel an einem ruhigen und entspannenden Tag messen, werden Sie ein deutlich anderes Ergebnis erhalten, als wenn Sie das Cortisol unter enormer Stressbelastung messen.

Um eine subklinische Infektion als Ursache für die Nebennierenschwäche auszuschließen, ist eine spezieller Test erforderlich, der die Immunglobulin-Reaktion, Diff.-Blutbild und hs-CRP bestimmt (ggf. auch CD57). Herkömmliche Laboruntersuchungen, auch Tests auf Bakterien- oder Parasitenkulturen fallen oft negativ aus.

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